2007

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BM13
12.–19. August 2007

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INSTALLATION
13.–19. August 2007

EDWIN VAN DER HEIDE (NL)
Pneumatic Sound Field, 2006

LUTZ FRITSCH (D)
Am Ende der Welt
Doppelprojektion mit Videostücken
aus der Antarktis, 2005

MARTIN RICHES (GB/D)
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2007

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Performance in der Garage
Perkussion & Projektion I

12. August 2007 / So / 19:30 h
Konzert

LLORENC BARBER (E)
Pontificalia, 2007
for portable carillion

ALAN „GUNGA“ PURVES (GB/NL)
nurse bones, 2007
for bones and others

AGNES MEYER-BRANDIS (D)
Pause
[Testreihe #1, eine Methode
des Forschungsfloss FFUR], 2007
video
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Performance in der Garage
Perkussion & Projektion II

19. August 2007 / So / 19:30 h
Konzert

PIERRE BERTHET (B)
Sound Performance, 2007
for expanded percussion

MARK LAIOSA (USA)
Triangle Music, 1989
for triangle solo

ECHO HO (CHINA/D)
What is Singing, 2007
video

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Programm/Organisation:
hans w. koch und Jens Brand

Brückenmusik 13 ist eine Veranstaltung
der kgnm – Kölner Gesellschaft für
Neue Musik e.V. Mit freundlicher Unter-
stützung durch das Kulturamt der Stadt Köln,
der SK-Stiftung Kultur, der Mondriaan Stichting und
dem Amt für Brücken- und Stadtbahnbau.

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Brückenmusik 2007

b13_ldin_vAuch in der 13. Ausgabe setzen wir die in den vorangegangen Brücken­Musiken eingeschlagene Zuspitzung auf Arbeiten, die keiner Wiedergabe durch Lautsprecher bedürfen, konsequent fort. In einem Raum, dessen akustisches Environment von den über die Köpfe dahinrauschenden Straßenbahn- und PKW-Geräuschen dominiert wird, mag dies zunächst wie ein Widerspruch erscheinen. Es sind jedoch gerade die teils zerbrech­lichen, teils drastischen Eingriffe der Künstler, die in einer beeindruckenden und monolithischen Betonwildnis ein facettenreiches ästhetisches Erleben ermöglichen.

Die Installation „Pneumatic Sound Field“ von Edwin van der Heide setzt radikal bei den Wurzeln von Musik an: Bewegte Luft. Aus computerge­steuerten Hochdruckventilen entsteht eine punktgenaue und höchst eigenwillige Musik, die sich irgendwo zwischen Mathematik, Geräusch und Techno ihre undefinierbare Heimat sucht.

„Am Ende der Welt“ betitelt der Künstler Lutz Fritsch seine Arbeit im mittleren Raum, die Videomaterial von seinen Antarktisaufenthalten präsentiert. Das Publikum begegnet hier beim Durchschreiten des Tunnels einem Protagonisten, der in einer unendlich weißen Landschaften verschwindet und wiederkehrt.

„0———0———0———0———0“ von Martin Riches zeigt 5 über die 120 Meter des Raumes gleichmäßig verteilte kybernetische Paneele. Raumtiefe und Raumklang definieren sich über das leise Summen der rotierenden und auf geheimnisvolle Weise kommunizierenden Farbfelder.

Zusätzlich finden unter dem Motto „Perkussion & Projektion“ sowohl zur Vernissage als auch zur Finissage Konzertabende statt, bei denen Künstler zu Wort kommen, in deren Musik sich mechanische und manuelle Per­kussionsmusik mit raumbezogenen Konzepten verbindet. Llorenç Barber lotet mithilfe einfacher Glocken und seiner Stimme die Raumakustik aus, Alan „Gunga“ Purves bringt die „Bones“, ein archaisches schottisches Schlaginstrument zum klappern, Mark Laiosa demonstriert seine Virtuosität an einem Triangel Solo und Pierre Berthet entwickelt ein Stück für ein Schlaginstrument, das sich mit der Architektur verbindet und aus ihr ergibt. Zwei eigens für die BrückenMusik erstellte Stummfilme der Künstlerinnen Echo Ho und Agnes Meyer-Brandis kontrastieren die Konzerte mittels einer reinen Bildsprache und dem natürlichen Soundtrack des rauschenden
Verkehrs …

1994 von Peter Behrendsen ins Leben gerufen, zählt die BrückenMusik zu den ältesten kontinuierlichen Veranstaltungen im Bereich Klangkunst in Deutschland. Angesiedelt in der tunnelartigen Konstruktionskammer im ansonsten unzugänglichen Inneren der Deutzer Brücke, fokussiert die Ausstellung auf 3 Positionen zeitgenössischer Kunst aus den Bereichen Klangkunst und Neue Medien, ergänzt durch zwei Konzert/Performance-Abende.Dies Alles wird erst möglich durch großzügige Unterstützung unserer Sponsoren, aber auch durch den selbstlosen Einsatz der Assistenten, die die Künstler beim Aufbau unterstützen, namentlich Martin Durham, Alex Gabriel, Tina Tonagel, eine Reihe privater Förderer, für die stellver­tretend Frank Bölter, Ursula Brand, Georg Dietzler und Hanjo Scharfenberg/Galerie Rachel Haferkamp genannt seien, sowie nicht zuletzt Peter Födisch und Bettina Wenzel am Empfang.

Jens Brand, hans w. koch
Kuratoren