2009

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BM15
21.–28. Juni 2009

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Installation im Hohlkörper
21. Juni 2009 / So / 16 h
Eröffnung

MARYANNE AMACHER (USA)
Brückenfindings

Installation geöffnet
22.–28. Juni 2009
15–19 h
Letzter Einlass 18:30 h
Eintritt: 6/4 Euro, Dauerkarte 9/6 Euro

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Konzert und Projektionen
28. Juni 2009 / So / 19:30 h
CHRISTOPH BANGERT (D)
Projektion
Diagrammbild Drahtschaf Deutz
STEVIE WISHART (B)
Musik für Drehleier
Solos for hurdy gurdy: strings,
wheel and fingers
JUAN OROZCO & LUIS NEGRÒN
[TELEFANTE]
(D)
Videoprojektion/Performance
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Konzert: 9/6 EUR
Nach dem Konzert besteht die Möglichkeit, die Installation zu besuchen.

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Programm/Organisation:
hans w. koch und Jens Brand

Brückenmusik 15 ist eine Veranstaltung
der kgnm – Kölner Gesellschaft für
Neue Musik e.V. Mit freundlicher Unter-
stützung durch das Kulturamt der Stadt Köln,
der SK-Stiftung Kultur, dem Amt für
Brücken- und Stadtbahnbau und dem
Fahrradbeauftragten der Stadt Köln.

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BRÜCKENMUSIK 2009

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In ihrem 15. Jahr präsentiert die BrückenMusik eine Einzelposition: der gigantische Hohlkörper ist diesmal allein der bahnbrechenden Arbeit der amerikanischen Komponistin Maryanne Amacher gewidmet. Ihre Kompositionen definieren sich zum einen über die Raumakustik des Aufführungsortes, zum andern jedoch auch aus der Bewegung des Publikums, das die ständig changierenden Strukturen wie eigene Landschaft durchwandert.
Der monumentalen Klanglandschaft von Amachers „Brückenfindings“ stellen wir am Ende ein Konzert mit ganz andersartigen Fundstücken gegenüber. Der musikalische Teil, getragen von der Komponistin und Drehleierexpertin Stevie Wishart wird von zwei bildnerischen Arbeiten flankiert. Christoph Bangert präsentiert verschmitzt seinen aus Radfahrstatistiken abgeleiteten Diafilm, während das Videoduo Telefante in die enzyklopädische Welt des 18. Jahrhunderts aufbricht.
Als eine der ältesten kontinuierlichen Veranstaltungen zur Klangkunst in Deutschland könnte die BrückenMusik ohne die Unterstützung von vielen Seiten nicht existieren. Dabei sind hier nicht nur an die großzügigen Geldgeber gedacht, sondern auch an die Assistenten, die unter erheblichem körperlichem und zeitlichem Einsatz das Zustandekommen der Installation ermöglichen: Vielen Dank,
Bill Dietz und Matthias Neuenhofer!

Jens Brand, hans w. koch
Kuratoren

MARYANNE AMACHER

Brückenfindings

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Für Maryanne Amacher wirkt die Brücke wie ein Überbleibsel aus dem 20. Jahrhundert, eine Art Ruine. Der langsame Gang durch die lange Röhre erinnert an das mühevolle Ringen mit Problemen, bevor die Lösung aufblitzt, oder die tibetanische Meditationstechnik des „Lung Gompa“, die eine besondere Gangart beinhaltet. Auf dem Weg begegnen einem Fundstücke, scheinbar wahllos verteilt. Der Betontunnel und der innere Tunnel der Erinnerungen verschmelzen. Gegenwärtig beschäftigt sich die Künstlerin mit den neuesten Entwicklungen der Astronomie wie z.B. den ESA-Sonden „Planck“ und „Herschel“, die, tief im Raum in den Lagrangepunkten plaziert, Einblicke in die Ursprünge von Raum und Zeit ermöglichen sollen.
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youtube
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Maryanne Amacher gehört zweifelos zu den legendären Figuren einer kompromisslosen Musik, die sich fast ausschliesslich auf die Räume bezieht, in denen sie erklingt. CDs stellen in ihrem Oeuvre deswegen eine Ausnahme dar. Sie spielt mit der Architektur ebenso souverän wie mit psychoakustischen Phänomenen, worauf auch schon der Titel einer ihrer wenigen Aufnahmen verweist: Sound Characters (Making the Third Ear). „Mit der richtigen Lautstärke – also recht laut und aufregend – wiedergegeben, verusachen die Töne, das die Ohren sich wie neurophone Instrumente verhalten die ihrerseits Klänge erzeugen, die unmittelbar aus dem eigenen Kopf zu kommen scheinen. (Meine Zuhörer) entdecken, dass sie eine tonale Dimension der Musik selbst erzeugen, die melodisch, rhythmisch und ortsbezogen mit den Tönen im Raum interagiert.“
Am Anfang ihrer Arbeit standen Werke wie „City Links: Buffalo“, ein Stück von 28 Stunden Dauer bei dem 5 Mikrophone in verschiedenen Teilen der Stadt live von der Radiostation WBFO übertragen wurden. 2005 erhielt sie für ihre Arbeit „TEO! A sonic sculpture“ den Prix Ars Electronica.

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Installation im Hohlkörper
21. Juni 2009 / So / 16 h
Eröffnung

MARYANNE AMACHER (USA)
Brückenfindings

Installation geöffnet
22.–28. Juni 2009
15–19 h